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Esting ist seit frühesten Zeiten besiedelt. Der Ort gehört zu den altbayerischen Ansiedlungen, welche nach der Völkerwanderung um 520 entstanden sind. Die Edlen von Esting findet man mehrfach beurkundet. Sie übten die Würde herzoglicher Landamtmänner aus. Durch die von München über Esting nach Augsburg führende wichtige Verkehrsstrasse, wurde der Ort zu einer guten Einnahmequelle für das Kloster Ettal. Kaiser Ludwig der Bayer schenkt im 14. Jahrhundert dem Kloster das Zollrecht über die Amperbrücke. Dieses Recht wurde bis 1746 vom Kloster Ettal genutzt und fiel dann durch Austausch an das Kloster Fürstenfeld. Mittelpunkt des Dorfes war das Schloß Esting. Es wurde bis ins 14. Jahrhundert vom Estinger Adel bewohnt, der Ort jedoch gehörte schon zur Hofmark Maisach.
Im 16. Jahrhundert war das Schloßgut im Besitz der Familie Preysing, ihr folgten die Herren von Hechenkirchen und nach dem 30-jährigen Krief kam es in die Hände des Kammer-Rat Baron Senser. Als 1704 die Schlacht bei Höchstatt tobte, wurde der Ort Esting und das Schloß gebrandschatzt durch die versprengten Reitergruppen des englischen Herzogs von Marlborough. Alsbald erfolgte der Wiederaufbau, denn bereits 1737 wurde ein Beneficium in die 1666 geweihte Schloßkapelle gestiftet. Mitte des 18. Jahrhunderts wurde die Kapelle zum Wallfahrtsort für die nähere Umgebung. Diese Ära endete 1803 mit der Säkularisation. 1925 bekam die Schloßkapelle einen Fassadenschmuck besonderer Art, die von Karl Sonner gemalten Fresken. Weitaus älter noch als Schloß und Schloßkapelle ist die Kirche St. Stephanus. Ihr Erbauungsjahr geht in das 13. Jahrhundert zurück. Auch der Patronatsname St. Stephanus, ist ein Beweis für die frühe Ansiedlung von Dorf und Kirche an der Amper. Wie Olching gehörte auch Esting zur Pfarrei Emmering Eng verbunden mit der Kirche ist die Schulgeschichte in Esting. Die ersten Lehrer waren Benefiziaten und der Unterricht fand im Kuratenhaus statt. Ein Jahr vor der Säkularisation, nämlich 1802 wurde in Bayern die Schulpflicht eingeführt. Erst ab 1810 können wir in Esting einen Lehrer registrieren, es war der Benefiziat Adam Krämer, der diese "Christenpflicht" erfüllte. Nicht nur die Schulpflicht wurde zu Anfang des 19. Jahrhunderts eingeführt, auch die Gemeindeverfassung wurde geändert. Die alte Selbstverwaltung der Dörfer und Städte wurde 1808 zugunsten einer Staatsverwaltung aufgehoben. Nach einer Korrektur des sogenannten Gemeindeediktes, war Esting von 1818 bis zur Eingemeindung nach Olching 1978, 160 Jahre lang, eine selbständige Gemeinde. In diesem Zeitraum vergrößerte sich der Ort von 200 Seelen um 1825 bis auf einen Bevölkerungsstand von rund 5.000 Personen 1978 bei der Eingemeindung. Nach dem Bau der Bahnlinie siedelten sich immer mehr Städter aus dem nahen München in der Gegend an. Zuerst übers Wochenende, um sich dann später fest anzusiedeln. Als Johann Hofner 1905 seine Gaststätte "Amperbad" baute, standen in Neu-Esting bereits 25 Anwesen, sie wurden damals aber noch bei den "Estinger Häusern" genannt. Der Bevölkerungszuwachs stieg ständig an. Die Bewohner leisteten Pionierarbeit im Wege- und Stegebau, Handel und Handwerk entstanden allmählich. Bedingt durch die Bevölkerungsexpansion brach ein wahrer Bauboom aus. So wurde die Siedlung Neu-Esting in den 70er Jahren durch den Bau der Wohnhäuser in der Senserstrasse entscheidend verändert. Auch die seelsorgerische Betreuung bedurfte einer Erweiterung. 1981 wurde die Kirche St. Elisabeth samt Pfarrzentrum als Mittelpunkt für beide Ortsteile geweiht. Olching/Esting ist weltweit bekannt durch sein großes, ländliches Volksfest im Mai/Juni und die internationalen Sandbahn-Speedway-Motorradrennen. Aufgrund der Wirtschaftskraft des Großraums München hälst der Zustrom von Neubürgern weiter an. |